Die Einrichtung auf einen Blick

Das Jugendwerk Rietberg ist eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung der Jugendhilfe. Träger ist die „Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gemeinnützige GmbH“, welche korporativ dem Caritasverband als Spitzenverband angeschlossen ist.

Seit 1969 nimmt das Jugendwerk Rietberg Kinder und Jugendliche auf. Am Anfang stand das Modell „Boys Town“ von Father Flanagan als Vorbild für die pädagogische Arbeit mit 60 Jungen im ehemaligen Franziskanerkloster.

Die Bedarfe der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihrer Familien, die bisherigen
Sozialisationserfahrungen, die familiäre Dynamik und die gesellschaftlichen Erwartungen bilden heutzutage den Rahmen der heilpädagogisch-therapeutischen Betreuung im Jugendwerk.

Viele der Angebote sind spezialisiert auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die massive Erfahrungen von emotionaler und körperlicher Verwahrlosung, Misshandlung und Gewalt (auch sexueller Gewalt) machen mussten. Auf Grund dieser Erfahrungen haben eine Reihe der Kinder und Jugendlichen Bindungs- und Traumafolgestörungen entwickelt.

Durch ressourcenorientierte und beziehungskorrigierende Erfahrungen im Alltag unterstützen die Fachkräfte der Einrichtung die Kinder und Jugendlichen und ermöglichen es ihnen, einen stabileren Selbstwert zu entwickeln. Eltern- und Familienarbeit haben dabei einen hohen Stellenwert. Die Nutzung sozial- und heilpädagogischer Methoden, eigene therapeutische Angebote und auch externe psychiatrische Beratung sind Säulen der Arbeit.

Alle Angebote im Jugendwerk Rietberg dienen letztendlich dazu, dem einzelnen Menschen einen Raum (oder man könnte es auch als „Therapeutisches Milieu“ bezeichnen“) zu bieten, in dem der Mensch seine „persönlichen 100 Prozent“ entfalten kann.

Am Ende der Erziehungs- / Betreuungszeit im Jugendwerk Rietberg kann die Rückführung in die Herkunftsfamilie stehen. Ist diese Möglichkeit ausgeschlossen, bietet das Jugendwerk Rietberg alters- und entwicklungsgemäße Verselbständigung.

Gemäß Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes hält das Jugendwerk Rietberg 80 Plätze im stationären Bereich und 21 Plätze im ambulanten / teilstationären Bereich vor.

 

Stationäre Angebote

Die stationären Gruppen befinden sich im Haupthaus – einem ehemaligen Klostergebäude, sowie in Ein- bis Zweifamilienhäusern in Rietberger Ortsteilen und in Lippstadt-Bad Waldliesborn.

Leistungsangebote

Gruppen

Plätze

Betreuungsdichte

Heilpäd.-therap. Intensivangebot

1

5

1:0,74

Intensivangebote

2

14

1:0,96

Regelangebote

5

44

1:1,80

Fünftagegruppe

1

9

1:2,26

Lebensgemeinschaft (Jugendwohnen I)

1

6

1:1,88

Jugendwohnen II (niedriger Betreuungsaufwand)

6

1:4,62

Ambulante Angebote

Ambulante Angebote halten wir in Rietberg sowie in Lippstadt für die jeweiligen Sozialräume vor.

Leistungsangebote

Gruppen

Plätze

Betreuungsdichte

Ambulante, tagesstrukturierende Maßnahmen (U12)

1

6

1:3

Heilpädagogische Tagesgruppe

1

9

1:3

Tagesgruppe für ältere Kinder/Jugendliche (Ü12)

1

6

1:3

Daneben werden flexible Formen ambulanter Hilfen (SPFH, Erziehungsbeistandschaften und intensiv-pädagogische Einzelbetreuung) sowie im Rahmen des sozialen Frühwarnsystems ein Angebot in Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen des Sozialraums („NET-Gruppe“) vorgehalten.

Eine Schulstation mit drei Klassen ermöglicht die Beschulung der stationär untergebrachten Kinder und Jugendlichen, die vorübergehend nicht in einer Regelschule beschult werden können.

Zur Konzeption: www.martinschule-rietberg.de

 

Qualifikationen unserer MitarbeiterInnen

  • ErzieherInnen
  • Dipl. SozialarbeiterInnen
  • Dipl. SozialpädagogInnen
  • (Dipl.) Heilpädagoginnen
  • Dipl. Psychologen
  • Hauswirtschaftskräfte

Zusatzqualifikationen

Im Rahmen von hausinternen oder externen Fortbildungen haben unsere MitarbeiterInnen vielfältige Zusatzqualifikationen erworben.

So wurden z.B. von Januar 2014 bis Dezember 2015 alle MitarbeiterInnen in einem 5 Module umfassenden Seminar in Kooperation mit dem IAGUS - Institut für Angewandte Gesundheits- und Systemwissenschaften - zum Thema „Klinische Pädagogik“ geschult.

Außerdem werden sukzessive alle MitarbeiterInnen zu PART®-Trainern ausgebildet. PART ist die Abkürzung für „Professional Assault Response Training“ und befähigt zu „professionellem Handeln in Gewaltsituationen“.

 

Gesetzliche Grundlagen

SGB VIII

  • Heimerziehung, sonstige betreute Wohnformen (§ 34)
  • Eingliederungshilfe für seelisch behinderte / von seelischer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche (§ 35a)
  • Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung (§ 41)
  • Soziale Gruppenarbeit (§ 29)
  • Erziehungsbeistandschaft (§ 30)
  • Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31)
  • Erziehung in einer Tagesgruppe (§ 32)
  • Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35)

SGB XII

  • Leistungen der Eingliederungshilfe (§ 54)

 

Angebote im JWR

  • Psychologische Diagnostik
  • Therapien: u. a. Spiel- und Gesprächstherapie, Verhaltenstraining, Lerntraining, Kunsttherapie
  • Heilpädagogik
  • Deeskalationstraining
  • Systemische Familienberatung und -therapie, Elterntrainings: „Starke Eltern, starke Kinder“, Rendsburger Elterntraining®
  • Vielfältige Freizeitangebote: Fußball, Kanu fahren, Werken in der Holzwerkstatt, Tanzen, Kunst-AG
  • Erfahrungsorientierte Pädagogik: Survivaltraining, Klettern, Abenteuerspiele
  • Motopädagogik: Zirkus Juwerki
  • Musik: Band, Gitarrenunterricht, Schlagzeugunterricht, Gesangsunterricht